Was hört das Netz?

 

 

Lobende Erwähnung in der Kategorie Webanwendungen

/ source / (postfactual)

von Timo Kahlen

Timo Kahlens Webanwendung zeigt wenig, sie verunsichert den Nutzer. Ein leeres, weißes Feld erscheint auf dem Display. Der Mauszeiger lässt sich nur mühsam lokalisieren.

Der Cursor begibt sich auf die Suche nach verlässlichen Daten, nach Fakten und Ankerpunkten im Netz. Diese tauchen nur vereinzelt auf und entziehen sich dem Nutzer unmittelbar, indem sie scheinbar kopfüber schweben und auf der rückseitigen Glasoberfläche des Displays verschwinden.

Die Anwendung arbeitet optisch und akustisch. Die Benutzeroberfläche reagiert empfindlich auf die Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit des Mauszeigers. – So entwickelt sich die Anwendung interaktiv und immer wieder anders und neu.

Auch die Klangereignisse reagieren in Echtzeit auf die Bewegungen des Cursors: Immer neue „Fakten“ bieten Zündstoff, lodern akustisch auf, verglimmen und erlöschen bereits nach kurzer Zeit.

Technischer Hinweis:
Die auf Flash basierende Netzkunst-Arbeit benötigt im Browser den Flash Player. Flash muss im Browser aktiviert werden. Die Arbeit ist daher für Android oder iOS (beide ohne Flash-Kompatibilität) nicht sichtbar.

 

 

©Timo Kahlen / VG Bild-Kunst Bonn 2017

Der Klangbildhauer und Medienkünstler Timo Kahlen (1966) arbeitet mit flüchtigen, veränderlichen Materialien: mit Wind und Dampf, mit Licht und Schatten, mit Pixeln und Staub, mit Geräusch, Vibration und Klang.

Seit Mitte der 1980er Jahre hat Kahlen seine Arbeiten in mehr als 150 Ausstellungen zeitgenössischer Medienkunst präsentiert, darunter u.a.: „Sound Art. Klang als Medium der Kunst (ZKM | Karlsruhe 2012)“ und „Manifesta 7: Scenarios (Italien 2008).

Sein  vielfach ausgezeichnetes Werk war u.a. nominiert für den „Deutschen Klangkunstpreis“ (2006), den „Kahnweiler-Preis für Skulptur“ (2001) und den „Preis für Junge Europäische Photographen“ (1989).

Mehr Informationen unter: www.timo-kahlen.de