Was hört das Netz?

 

 

Lobende Erwähnung in der Kategorie Audio

Clandestine Infrastructures

von "Hole and Corner" (Dewi de Vree & Donia Jourabchi)

“Hole and Corner” erkundet die besondere Atmosphäre und die Akustik von Orten und Gebäuden. Der Teufelsberg in Berlin, einstige Abhörstation während des Kalten Krieges, ist einer der Projektstandorte. Die Künstlerinnen nutzen bewusst Technologien, die an Spionagemethoden erinnern und lassen Widerhalle vor Ort und Störeinflüsse der Umgebung erklingen.

Die „heimlichen“ Umgebungssignale erfassen sie mal verkabelt, mal kabellos, und bauen so eine Brücke zwischen der örtlichen Akustik und den Abhörmethoden der Vergangenheit. Die besondere Architektur des Ortes unterstreicht dieses Phänomen.

So reguliert der Standort selbst die Beziehung zwischen hörbarem und lautlosem, zwischen vorstellbarem und unbegreiflichem und zwischen bewusstem und unbewusstem Zuhören. Sensibel reagiert unser Gehör an diesem Ort auf kleinste Veränderungen und auf die Übertragung von Energie und Bewegung.

 

 

Die niederländische Medienkünstlerin Dewi de Vree (1983) erkundet sinnliche Erfahrungen physikalischer Experimente. Als Expertin für visuelle Kunst interessiert sie sich besonders für die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Ihr Werk umfasst Übersetzungsmaschinen, Sound-Schnittstellen, Darbietungen und Installationen wie etwa die Live-Ton-Performance „Thermokoppel“ und das audiovisuelle Werk „Ground“.

www.dewidevree.org

Die Sound-Künstlerin Donia Jourabchi (1986) arbeitet experimentell und interessiert sich für den Zusammenhang von Gemeinschaftssinn und Orten. Dabei reflektiert sie den Kontext von Schwingungen, die Materialität von Geräuschen und die Artikulation des Zuhörens innerhalb einer Gemeinschaft. Sie bietet Workshops und Darbietungen im öffentlichen Raum an, initiiert Veranstaltungen und Installationen und entwickelt elektroakustische Kompositionen, selbstgemachte Instrumente und Radiokunst.

www.hoorbare.net